Helena
Seniorpartnerin, internationale Kanzlei — Frankfurt
Zweiundfünfzig. Mit sechsunddreißig Partnerin geworden. Die Art von Frau, die in Porträts als einschüchternd beschrieben wird. Sie hatte sich ein Leben aufgebaut, das sie von innen nicht mehr spüren konnte.
Sie kam im März, auf Empfehlung, mit einer klaren, konkreten Bitte. Sie wollte, dass ihr die Wahrheit darüber gesagt wird, was sie tat. Sie hatte aufgehört, den Menschen, die ihr am nächsten standen, das zuzutrauen.
Wir arbeiteten uns zuerst durch ihren Kalender. Nicht als Produktivitätsübung — sondern als Bestandsaufnahme, wohin ihre Aufmerksamkeit geflossen war und wofür. Was sich dabei zeigte, war nicht das, was sie erwartet hatte.
Sie hatte Erschöpfung mit Seniorität verwechselt und Schweigen mit Fassung. Sobald das klar war, wurde die zweite Hälfte der Arbeit möglich. Sie traf in den folgenden Monaten eine Reihe von Entscheidungen, die, wie sie selbst sagt, um ein Jahrzehnt überfällig waren.
Ihre Praxis wurde nicht kleiner. Ihre Woche schon. Die beiden sind nicht dasselbe, und sie hatte sie behandelt, als wären sie es.
Sie gestaltete ihre Rolle in der Kanzlei neu und nahm sich den ersten ununterbrochenen Monat seit siebzehn Jahren frei.
Jede private Zusammenarbeit ist ihre eigene.
Mehr über die Zusammenarbeit lesen →